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Klassenrat-Praxisbeispiele
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Praxisbeispiele
Lehrer berichten, wie sie den Klassenrat erlebten.

Beispiel 1
„Eine 7. Klasse, die ich 90 Minuten pro Woche unterrichtete, wurde von Stunde zu Stunde unaufmerksamer, unruhiger, lauter. Ich hatte von dem Klassenrat gehört und wollte einfach einmal versuchen, ob es dadurch nicht besser werden könnte.
Also bereitete ich eines Morgens den Raum vor, stellte 6 Einzeltische zu einem großen Tisch zusammen,
legte in die Mitte ein leeres, schön eingebundenes Heft und empfing die Schüler am Tisch. Schon beim Gegengruß merkte ich, wie gespannt mich alle anschauten.
Zunächst schilderte ich meine Beobachtungen während der letzten Unterrichtsstunden und bat die
Schüler, ihre Meinungen bzw. Beobachtungen zu nennen und Vorschläge zu machen, wie der Unterricht
für alle angenehmer werden könne. Ein Vorschlag war, Arbeitsgruppen zu bilden, die verantwortlich sind dafür, dass der Lernstoff erarbeitet wird. Dieser Vorschlag wurde von einem Schüler in dem mitgebrachten Heft festgehalten.
Ich hatte ein so gutes Gefühl und beobachtete, wie stolz die Schüler waren, dass ich sie ernst nahm
und als gleichwertig behandelte.
Inzwischen haben wir entdeckt, dass der Unterricht noch besser läuft, wenn die Schüler selber „Unterricht
halten“ dürfen und auch bei der Unterrichtsgestaltung, z.B. bei der Auswahl der Lerninhalte oder bei der Gestaltung der Arbeitsblätter, mitbestimmen.
Es ist ein Lernprozess anderer Art und wir alle sind gespannt, was wir auf „dieser Reise“ noch alles
erfahren werden. Auch wenn es manches Mal etwas lauter wird, hatte ich nie mehr das Gefühl, dass
die Schüler nicht richtig dabei sind.“

Beispiel 2
„Nachdem ich nach 17-jähriger Kinderpause gleich zu Beginn meines Einsatzes als Fachlehrer mit
ziemlichen Problemen konfrontiert war (die Schüler schrieen sich an, konnten zum großen Teil nicht
zuhören, waren laut, machten keine Hausaufgaben ...), machte ich mich auf den Weg.
Ich führte für jede Klasse ein Klassenrat-Heft ein mit schönem, von den Schülern selbst gestalteten
Einband, in das einige Regeln für den Umgang miteinander, Konsequenzen und Unterrichtsinhalte
geschrieben wurden. Das waren die Anfänge, die ich im Wesentlichen beibehalten habe.
Als Fachlehrer habe ich enge zeitliche Grenzen, daher beschränke ich den Klassenrat in der Regel
auf 10 Minuten.
Nach zweijähriger Erfahrung kann ich berichten:
Der Klassenrat hilft, die Schüler in die Eigenverantwortung zu nehmen und ihre Einsicht für Konsequenzen
zu gewinnen. Die Kombination „Förderung des selbständigen Lernens mit Klassenrat, Wertschätzung
für jeden Einzelnen“ und meine ständige Präsenz für jeden Schüler helfen immer mehr, eine Atmosphäre im Unterricht zu schaffen, die Lernen und Lehren möglich macht.“